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Maira - Stura Kammstrasse
Auf unserer Ligurientour besuchten wir unter anderem auch die Maira - Stura Kammstrasse. Das Bergmassiv erinnert sehr an das der Stella Gruppe in den Dolomiten.
Doch ich will mit dieser Geschichte am Anfang beginnen. Es ist am Morgen des vierten Tages unserer Ligurientour. Nach einer 'mehr oder mehr' unbequemen Nacht neben dem Fort Central, nehmen Micha und ich eine kleine Extratour im Tendegebiet unter die Räder. Georg geniesst lieber die wärmende Morgensonne und die herrliche Aussicht ins Tal und macht es sich auf meinem mitgebrachten "Racetrack Chair" mit Kaffe und Denzel gemütlich. Micha und ich fahren das kleine Stück herunter zur Passtrasse, aber anstelle der Tendestrasse nehmen wir Kurs Richtung Südwesten. Schnell sind wir in Frankreich und auch schon beim französischen Fort, welches wir vom Fort Central aus sehr gut gesehen haben. Micha und ich machen uns auf die Socken, um das Fort zu erkunden. Die alten Gemäuer hinterlassen einen tiefen Eindruck bei mir. Fast glaube ich, wenn ich gut hin höre, das Donnern der Geschütze und die Stimmen der Soldaten zu hören. Schade ist nur, dass das Innere vom Fort Central und Fort de la Marguerie als Scheisshaus und Mülldeponie missbraucht werden. Kurz; Überall eine riesen Sauerei. Nichts desto trotz lassen wir uns die Laune auf mehr Schotter nicht verderben. So fahren Micha und ich weiter gegen Südwesten, dem Horizont entgegen. Wir kommen an ein altes Hotel. Das war mal ein wunderschöner Bau, wo es sich wohl die Reichen und Schönen mal haben gut gehen lassen. Jetzt ist es eine verlotterte Bruchbude. Kurz ein Foto und weiter geht es Richtung Süden. Wie es so geht, kommen wir bald an eine Verzweigung. Schnell haben wir uns für Rechts entschieden. Was wiederum falsch war. Der Weg endet in einer Sackgasse auf einem Aussichtspunkt. Alleine wegen der Aussicht hat sich der Verpatzer gelohnt. So fahren wir ein Stück zurück und nehmen nun an der Verzweigung wieder Recht, was vorher eigentlich Links bedeutet hätte. Ein teilweise recht steiler Weg führt uns durch den Wald runter gegen den Talboden. Keine Zeit die Aussicht zu geniessen. Der Weg ist holprig und mit viel lockerem Schotter und Steinen versehen. Volle Konzentration. Ein Bulldozer versperrt uns den Weg. Ein paar Sekunden warten und der Catpilot lässt uns passieren. Wenig später ein Bagger. Das gleiche Spiel. Ein paar Kurven weiter Holzfäller. Die warten auch wieder auf uns, bevor sie den Baum fällen. Was geht hier ab? Das Unterhaltsarbeiten an dem Teil der Strasse gemacht werden kann ich fast nicht glauben. Aber die Strasse wird ausgebessert. Es stellt sich nun die Frage ob die Strasse zu einem späteren Zeitpunkt noch geteert wird oder nicht. Auf jeden Fall sind wir mit unserer zügigen Fahrweise recht schnell unten in Tende.
An einem Supermarkt kaufen wir uns etwas zu trinken, denn die Temperaturen sind mittlerweilen recht angestiegen und somit auch mein Bedarf an Flüssigkeit. Abfalleimer suchen wir vergebens. So gehen wir mit dem Leergut kurzerhand zurück in den Laden. Der Kassier nimmt unsere Petflaschen auch wieder zurück. Auf der N204 fahren wir Richtung Tendetunnel, wo die Abzweigung für die alte Tendestrasse ist, welche sich in Schlangenlinien den Berg hoch quält. Fast wie Motocrosser jagen wir unsere LC8 durch die Spitzkehren, vorbei an Österreichischen Autofahrern und Schweizer Landrover Piloten. Es ist Mittag, wo Micha und ich wieder bei Georg eintreffen. Fort Central ist inzwischen auch recht belebt. Viele Ausflügler. So packen wir unsere Sachen zusammen und halten mit Passanten einen Schwatz. Als wir unsere sieben Sachen verstaut haben geht es bergab nach Limone Piemonte. Dann weiter Talauswärts nach Borgo San Dalmazzo und dann Links das Sturatal hinauf. In Demonte plagt uns der Hunger. Wir kehren in einer kleinen Pizzeria direkt an der Strasse ein. Nach einer feinen Pizza Gorgonzola geht es auf der SP68 von Demonte aus das Tal hoch zum Einstieg der Maira-Stura Kammstrasse. Schon bald wird die Strasse so eng, dass man mit Autos nur noch an den dafür vorgesehenen Stellen kreuzen kann. Noch immer ist Asphalt unser Wegbegleiter. Bis zum Colle Valcavera bleibt uns dieser auch erhalten. Doch dann endlich der lang ersehnte Schotter. Allerdings können wir es nicht so rauschen lassen, da es recht viel Verkehr und Fussgänger hat. So fahren wir gemütlich der Krete entgegen, vorbei an den ungläubigen Gesichtern der Wanderer. Auf der 'Passhöhe' der Maira-Stura Kammstrasse geht dann der Weg langsam Talwärts. Hier sind wir fast alleine. Nur ein Endurotreiber auf einer leichten 450 kommt uns wie der Teufel entgegen geflogen. So schnell wie der aufgetaucht ist, so schnell ist er auch wieder verschwunden. Wir fragen uns, ob man hier durchheizen oder bloss durchfahren darf? Auf jeden Fall sind wir alle der Meinung, dass wegen solchen Zeitgenossen eben schon einige der alten Militärstrassen gesperrt worden sind.
Nach unserem Meinungsaustausch und einem Schluck Wasser fahren wir weiter Talwärts. Bei einem Refugio steht gross angeschrieben was es alles zu kaufen gibt und schon hat uns der Teer wieder. Etwas mehr als 12 Kilometer hat der Spass gedauert. Von Vernetti aus führt unser Weg Nordwärts zur SP422 und dann wieder das Tal hinauf nach Chiappera, wo wir unser Nachtlager auf einem Camping aufschlagen, wo die Dusche erst bei drei Jetons ein wenig warmes Wasser hergibt. Bei einigen Bieren und einen reichen Abendmahl lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren und träumen schon wieder von neuen Heldentaten. Fazit:
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