Der LGKS Raid


Oder einfach Uuaaaaaahtour von 27.08- 01.09.2006

Von Peter Prokopp

1.Tag:

Milan, Christoph, Marc, und ich trafen uns um 9.00 Uhr an der Tamoil Tankstelle in Interlaken.

Beim Start war es regnerisch, jedoch sah der Himmel in westlicher Richtung viel versprechend aus. Wir starteten im Konvoi Richtung Spiez um dort Gianfranco aufzusammeln.

Durch das Simmental fuhren wir ca. 1h bis Saanenmöser um hier eine Kaffeepause zu machen. Nach ein paar Instruktionen durch Marc, unseren Tourguide und Initiator, waren wir uns schnell einig und es wurde schon viel gelacht.

Ich konnte die Kollegen überzeugen, einen mir bekannten schönen Weg über Les Diablerets, den Col de La Croix nach Bex ins Rhonetal zu nehmen. Dort wurde uns dann schönes Wetter beschert und wir fuhren weiter nach Martigny und über den Col de Forclaz ins Französische. Weiter ging es über den Col de Montets, Chamonix, Sallanches und hier begann die erste Schotterpassage über den Col l’Arpettaz als Einstimmung auf die LGKS (Denzel Route S27 - Westalpen). Hier hatte jeder die Möglichkeit sich mit Schotter vertraut zu machen und wurde nicht überfordert.

In Meribel bezogen wir unser Quartier und konnten noch spät am Abend eine Schinkenstulle essen und ein paar Bierchen schlürfen.

2.Tag:

Uns war jetzt schon klar, dass wir die Anreise zur LGKS nicht bis Montagabend absolvieren können. Die Extratour (Denzel S27) hat uns etwas Zeit gekostet. Wir beschlossen kurzerhand, die Anreise auszudehnen und fuhren weiter über den Col de la Madeleine, Col de Telegraph, Col de Galibier nach Briancon.

Hier ging es weiter nach Guillestre und eine weitere Schotterpiste bei Risoul 1850 (Denzel S36) wurde am späteren Nachmittag noch eingebaut.

Um ca. 21.00 Uhr fanden wir dann in Embrun ein B&B.

3.Tag:

Der dritte Tag war dann dem Asphalt gewidmet um sicher bis nach Dolceaqua, dem Ausgangspunkt zur LGKS zu gelangen.

Der Weg führte uns über den Col de Vars, Col de Restefond, Col de la Bonette hoch hinauf zu einer gigantischen Fernsicht. Wir waren alle schon sehr von Kurventreiben angetan. Über Isola und St. Martin Vesubie kamen wir zum Col de Turini, der uns alle in den Kurvenrausch versetzte und zu meinem ganz persönlicher Favorit wurde. Man hatte das Gefühl als wenn man mit dem Lenkerstummeln Fuhrchen zieht.

Über Sospel, Airole fuhren wir dann noch über eine super schmale und steile Kurvenstrecke nach Dolceaqua und bezogen dort das bewährte B&B, in welchem Marc schon im letzten Jahr gastierte.

Ein schönes Abendessen auf dem Dorfplatz gab einen krönenden Abschluss des kurvenreichen Tages.

4.Tag:

Schon der Abend des dritten Tages versprach uns bestes Wetter für die LGKS. Und so traf es auch zu. In Pigna haben wir uns noch mit Proviant eingedeckt und fuhren auf die Höhe zum Startpunkt der LGKS. Eine Straßenbaukolonne bescherte uns noch eine halbe Stunde Pause, bevor es dann wirklich ernst wurde.

Kurze Lagebesprechung, technische Durchsicht noch einmal Blase entleeren und dann ging es los. Die ersten Kurven zeigten schon, was uns der Tag beschert. Grober, aber fahrbarer Schotter teils mal heftiger und dann auch mal wieder einfacher. Viele Stellen mit leiterartig gesticktem Untergrund.

Schnell merkte man das in vermeintlich kritischen Passagen, Gas geben oft das Allheilmittel ist. Solange das Vorderrad genug Druck bekommt ist die Fuhre auch stabil.

Doch später sind auch Stellen, an denen die Sinne vorher geschärft sein sollten. Schmale Wegführungen mit grobem Schotter und tiefen Abhängen sind natürlich auch dabei.

Im Ganzen kann man sagen ist die LGKS mit der LC8 und Scorpions bei trockener Witterung gut fahrbar. Einige von uns hatten auf dieser Tour auch zum ersten Mal Berührung mit Offroad Terrain. >>Diese Eindrücke sind meine persönlichen und nicht auf jeden übertragbar.

Nach ca. 30 km, etwa der Hälfte der Strecke pausierten wir an einer Wiese um Mittag zu machen. Aus der Ferne hörte man ein vertrautes Geräusch eines 2 Zylinders. Aus der Gegenrichtung tauchten 2 Nigelnagel neue 950 Superenduro auf und wir waren more happy.

Die beiden waren in Begleitung einer Frau mit einer 400er KTM, gesellten sich ein wenig zu uns.

Weiter machten wir eine Pause auf dem letzten Drittel bei dem Marc bekannten Kuhhirten.

Nach einem Becher Wein und etwas Geplausche ging es weiter nach Limone ins Hotel Edelweiß. Alle hatten ohne Zwischenfall den nicht einfachen Höhenweg bewältigt.

5. Tag:

Am morgen nahmen wir gleich die alte Tendestrasse abwärts unter die Räder und fuhren die so schön anzuschauende windungsreiche Serpentinenstrasse wieder nach oben.

Weiter nach Borgo S. Dalmazzo , Demonte in Richtung Maira- Stura- Kamm.

Der Maira- Stura- Kamm, eine sehr schöne und einfach zu befahrende Schotterstraße führt uns bis nach Elva. Von dort geht es über Sampeyre, Saluzzo nach Sestiere, dem Ausgangspunkt für den Col de Assietta. In diesem im Sommer fast toten Ort finden wir beim 2.ten Anlauf doch noch ein Hotel.

6.Tag:

Am Morgen stellt Marc fest das er einen Plattfuß hinten eingefahren hat. Nach bis dahin einigen 100 Km Schotter ohne Probleme fährt er sich vor dem Hotel einen 40mm langen Nagel ein.

Schnell ist das Rad ausgebaut und mit Hilfe der Rezeptionsdame finden wir auch eine mögliche Werkstatt. Einige Orte weiter werden Christopf, Fränku und Milan fündig und bekommen den Schlauch sofort gewechselt.

Mit gut 1,5h Verspätung starten wir auf den Col de Assietta. Eine in Schotter ausgeführte fast autobahnähnliche Piste ohne großen Schwierigkeitsgrad. Doch auch hier ist bei schönstem Wetter der Spaß am Schotter fahren ungetrübt. Am Ende kommt uns auch mal eine GS 1200 entgegen. Man hat den Eindruck er wolle wieder umdrehen.

Im Anschluss noch über den Col de Finestrelle, der von der einen Seite ganz neuen Belag hat und die andere Seite Richtung Susa noch groben Schotter beinhaltet.

Weiter ging es über den Col de Mont Cenis entlang eines traumhaften Stausees. Hier verabschiedete sich Christoph, er blieb noch einige Tage in Susa zurück.

Wir fuhren weiter über Lanslebourg auf den Col de Iseran nach Val d’Isere, Bourg St. Maurice und kurzer Hand noch über den Cormet de Roselend, eine sehr gute Entscheidung wie sich herausstellte. Immer im Anblick des Mont Blanc durch eine wunderschöne Gegend.

Über St. Gervais und Chamonix bewegten wir uns zur letzten Passfahrt über den Col de Forclaz auf unser wunderschönen Tour.

In Martigny verabschiedete sich Gianfranco Richtung Bern. Milan Marc und ich fuhren Angesicht der späten Stunde ins Wallis bis sich in Sierre auch Milan verabschiedete.

Marc und Ich gingen zur Autoverladestelle Goppenstein um nach Spiez und Interlaken zu gelangen.

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^^ Fahrzeugpark im B&B bei Dolceaqua

 

^^ Teilstück der LGKS

 

^^ Das kleine Dorf Tende

 

^^ Ich bin mir nicht mehr sicher, welcher Col das war...

 

^^ Die alte Tende Pass Strasse

 

^^ Wo ist das Dorf???

 

^^ Teilstück der LGKS

 

^^ Reifenpanne, aber nicht wegen der schlechten Strassen! Ein Nagel eingefahren!

 

^^ Ja, es gibt Durst