Südtirol

(Hochzeitstag Tour für 4 Tage)

Anreise ins Südtirol: Unser Hochzeitstag habe ich und meine Frau mit einer kleinen, 4 tägigen Asphalt Tour ins Südtirol verbracht. Immerhin war es ja unser siebter Hochzeitstag und für uns Grund genug, unseren Sohn dem Grosi aufzudrücken. Zu unserem Glück geht unser Kleiner gerne zu seinem Grosi.

Also starteten wir am 30. Juni 2005 Richtung Südtirol. Das Wetter spielte mit, die Temperaturen waren angenehm und der Verkehr war auch eher gering.

Unser erster Zwischenstopp legen wir am Sustenpass ein. Kurz die Aussicht geniessen und dann geht es weiter nach Wassen, wo wir uns ein Kaffee gönnen. Ok, normalerweise wenn ich alleine auf Tour gehe, lege ich nicht schon nach knapp einer Stunde einen Stopp ein, aber ich bin ja nicht alleine unterwegs und auf der Flucht bin ich auch nicht.

Nach der kleinen Pause geht es frisch gestärkt die Schöllenen - Schlucht hoch und dann über den Oberalp Pass Richtung Chur. Kurz vor Ems gibt es dann eine Mittagspause. Von Ems aus geht es dann gegen den Albula Pass nach Tiefencastel. Unsere Reise geht weiter über den Julierpass nach Silvaplana, Sankt Moritz, Muragls und Pontresina, von wo wir dann den Bernina Pass in Angriff nehmen. Da ich und meine Frau zugegebenermassen das erste Mal auf dem Berninapass war, liessen wir es uns nicht nehmen, dort einen Kaffe zu Trinken und ein Stück wunderbaren Kuchen zu essen.

Nach der kleinen Zwischenverpflegung führt uns unsere Tour durch den Nationalpark nach Livignio und weiter Richtung Bormio. Von da aus gibt es nur einen Pass, der wir fahren werden und wollen: Das Stilfserjoch! Für mich DER Pass schlechthin. Wobei ich bis jetz noch nie das Vergnügen hatte, die 48 Tornati von der Italienischen Seite her anzufahren. Auf jeden Fall habe ich bis dahin noch keine einzige Adventure gesehen. Auf der Talfahrt vom Stilfserjoch sind wir dann zwei Italiener entgegen geflogen. Die beiden sind fast vom Moped gefallen, vor lauter winken. Ich übrigens auch!

Unten im Tal fahren wir dann auf der Hauptverbindungsstrasse immer Richtung Meran. Auch hier hatten wir noch Glück mit dem Verkehr, da wir noch recht früh dran waren und es ja noch ein Werktag war. In Stava verlassen wir dann die Hauptstrasse und nehmen Kurs auf unser Hotel. Nach ein wenig suchen und einer Auskunft von einem freundlichen Einheimischen, fanden wir dann unser Hotel, Das Weisse Kreuz in Tabland bei Naturns. Von hier aus uterneh,en wir auch unsere Tagestouren im Südtirol.

Die Zimmer sind einmalig schön. So richtig rustikal, aber gepflegt. Es scheint fast so, als wäre das Hotel erst kürzlich einem Facelift unterzogen geworden. Auf jeden Fall freuen wir uns auf das Abendessen.

Tour 1: Nun das Wetter macht uns am zweiten Tag einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Es hat in der Nacht angefangen zu regenen. Es scheint fast so, dass der Regen nicht aufhören will. So machen wir es uns nach dem Frühstück wieder in unserem schönen Bett gemütlich. Auf den Mittag bessert sich das Wetter. So entschliessen wir uns, kurzerhand eine etwas abgekürzte Version unserer eigentlich geplanten Tagestour zu fahren.

Vom Hotel aus starten wir gegen den Reschenpass. Am Lago die Resia müssen wir natürlich noch ein Erinnerungsfoto von der Kirche im Wasser machen. Ich weiss, so kitschig, aber wann sehe ich denn schon eine Kirche in einem See stehen? Kurz vor Nauders machen wir einen kleinen Schwenker Richtung Schweiz. Auf der Norbertshohe gibt es ein gleichnamiges Restaurant. Die machen einen fantastischen Kaiserschmarrn. Ich kann nur empfehlen, nach dem Menue keinen grossen Schmarrn mehr zu nehmen. Ich hatte schon mit dem kleinen Mühe! Mir wurde erst später klar, dass ich beim nächsten Mal eigentlich auf das Menue verzichten kann und direkt den Kaiserschmarrn bestelle.

Nach der kleineren Fressorgie fahren wir das kurze Stück zurück Richtung Nauders, wo uns unser Weg an Vinadi, Pfunds, Birkach, Prutz und schliesslich nach Landeck führt. Von da an fahren wir ein kleines Stück auf der A12, bis nach Mils. Das war ein Fehler, denn diesmachte das ganze ein wenig Mühsam. Ich habe erst zuhause gemerkt, dass ich eigentlich auf der A12 bleiben kann und erst in Königskapelle abfahren muss. So standen wir eben mehr oder weniger im Verkehr fest.

Auf jeden Fall haben wir schlüssendlich doch noch die B171, die uns nach Ötztal bringt. Vor Ötztal fahren wir weiter auf der B186, das Ötztal hinauf Richtung Hochgurgl über das Timmelsjoch runter nach San Leonardo in Passiria. Weiter nach Meran und wieder das Tal hoch nach Tabland ins Hotel.

Tour 2: Unsere zweite Tour wollten wir eigentlich schon am Freitag unternehmen, da uns aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, verschoben wir das ganze auf den Samstag.

Diesmal fahren wir talauswärts gegen Meran zu und dann weiter auf den Autobahnzubringer nach Bolzano. Durch Bolzano durch ist etwas mühsam, wenn man sich nicht auskennt. Wir sind aber den Wegweisern für den Brenner gefolgt und haben so unsere Einfahrt ins Val d'Ega gefunden. Das Val d'Ega übt eine faszinierende Wirkung auf mich aus. Es kommt mir fast so vor, wie 'Bruchtal' aus Tolkiens Erzählungen. Oder sagen wir mal so; Die Schweizer sind nicht die einzigen, welche Strassen in den Bergen bauen können.

Wir folgen der SS241 durch 'Bruchtal' nach Ponte Nova di Sopra. Von dort aus geht es weiter nach Nova Levante, wo dann langsam die Kurven häufiger und enger werden. Noch immer fahren wir auf der SS241 gegen den Karrersee, am Golfklub vorbei auf den Passo di Costalunga/Carezza. Schon jetzt merkt man, dass Wochenende ist. Wir fühlen uns wie ein Motorrad Kamerateam am Giro d'Italia! So viele Fahrrad Fahrer auf einem Haufen habe ich noch nie erlebt!

In Vigo die Fassa fahren wir dann nordwärts auf der SS48 ins Val di Vassa. In Canazei gehts dann los. Spitzkehre nach Spitzkehre. Unzählige Kurven später stehen wir auf dem Passo Pordoi, wo wir kurz mal für kleine Mofafahrer/innen müssen. Auf der Strada Statale Delle Dolomiti führt uns unser Weg nach Arabba, Livinallongo Del Col di Lana, Andraz und schliesslich auf den Passo di Valparola. In San Cassiano gibt es dann endlich etwas zu essen. Der Verkehr war bisher mörderisch. Die Fahrradfahrer blockierten demonstrativ die Strasse, so dass man auch mit dem Motorrad kaum überholen konnte. Die Reisecars in den Spitzkehren wurden von Fahrrädern Links und Rechts überholt. So macht einem Motorrad fahren fertig.

Nach der willkommenen Konzentrationspause führt uns unser Weg nach Col Pinei, Corvara und hoch auf den Passo Gardena/Alta-Badia. Der SS243 folgend, kommen wir dann nach Plan de Gralpa. Sankt Christina in Groden, Furdenan bis nach Ortisei fahren wir weiterhin auf der SS242. Dort gibt es einen Tankstopp. Wir entschliessen uns, auf der SP64 nach Castelrotto zu fahren. In Telfen nehmen wir dann die SP24 um nach Ponte Gardena zu kommen. Dort genehmigen wir uns ein grosses Glacé, denn die Temperaturen im Tal sind gegenüber der Höhe unerträglich heiss geworden.

Nach unserer Abkühlung treten wir die Rückreise an. Auf der Hauptverbindungsstrasse geht es in flottem Tempo nach Bolzana zurück auf den Autobahnzubringer nach Meran und von dort wieder nach Tabland in unser Hotel.

Heimreise: Wieder steht uns ein langer Tag bevor. Vom Hotel aus starten wir gegen Westen. Müstair schon vor gem geistigen Auge. An der Grenze gibt es ein kurzes Gespräch mit dem Zollbeamten der Italienischen Behörden. Nicht schlimmes. Er will nur wissen, wo wir waren und wie es uns gefallen hat. Das ich die Schalldämpfer der Akras erst heute Morgen wieder montiert habe, erzähle ich ihm nicht.

In Müstair Stau! Schon wieder Rennvelofahrer! Irgend so ein Mordswettkampf wo die Hohlen durch die halbe Schweiz Velölen, Rennen und Schwimmen. Schlussendlich konnten wir unsere Reise auf den Ofenpass fortsetzen. Aber irgendwie wollte es nicht so richtig. Wieder tausende von Velofahrern auf der Strasse. Ok. alle Achtung. Ich könnte das nie. Ist schon ne Leistung, wo die da vollbringen. Das muss auch mal gesagt sein. Also schlängeln wir uns zwischen Autos und Fahrrädern unseren Weg nach Susch, wo wir eine Kaffepause einlegen.

Von dort hier an geht es Schlag auf Schlag. Davos, Klosters, Schiers, Mastrils. Autobahn A13 bis Mels, dann A3 bis Oberurnen. Rauf auf den Urnerboden, Klausenpass, Flüelen. Weiter rauf nach Amsteg, Wassen, wieder einmal über den Sustenpass nach Innertkirchen, Meiringen und schon sind wir wieder zuhause.

Zusammenfassung: Vier Tage sind angenehm. Man kann einige gute Touren fahren. Allerdings würde ich die Tour 2 nur noch unter der Woche machen. An Wochenenden sind die Dolomiten so was von überlaufen. Hotels hat es viele. Eigentlich alle die wir gesehen haben sind sehr schön und preiswert. Die Leute äusserst freundlich. Wir können uns da noch ein oder zwei Scheibchen abschneiden von! Benzin kostet hie und da doch so €1,20 (Stand Juni-Juli05). Die An- und Rückreise ist recht happig. Ist doch ein Weg gut über 400 Kilometer. Eins ist klar. Ich gehe wieder einmal!

Fotoalbum zur Tour