Shamrock Rallye |
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Irland - 10. bis 20. August 2008 Schon seit langem träumte ich von einer Irland Reise mit dem Motorrad. Nicht zuletzt, da ich einige Male die grüne Insel mit dem Auto besucht habe. Jedesmal dachte ich, dass die Irischen Strassen mit einer Enduro riesig Spass machen könnten. Diese Vermutung sollte sich bestätigen! Aber beginnen wir von vorne. Etwa Anfang 2007 hatte ich die Idee ins Auge gefasst, Irland mit dem Motorrad zu befahren. Ein Plan war schnell erstellt. Ziel war es, die Insel zu umrunden und dabei immer so nahe wie möglich an der Küste zu sein. Angefangen in Rosslare dann via Cork zur Westküste. Der Westküste entlang gen Norden nach Derry und zurück nach Rosslare. Aus früheren Besuchen wusste ich, dass die Ostküste weniger attraktive Landschaften zu bieten hat, als die Westküste. Aus Zeitgründen wurde desshalb auf die Ostküste verzichtet. Stattdessen wich ich eher gegen das Landesinnere aus, um möglichst einen grossen Bogen um Dublin zu machen. Das Kartenstudium mit der Routenplaner Software erwies sich als eher einfach. Ich hatte Tagesetappen zwischen 350 und 450 Kilometer geplant. Was in unseren Breitengraden absolut zu bewältigen ist. Es sollte sich jedoch heraus stellen, dass ich die "B"- und "Minor Roads" unterschätzte. Bald wurde mir klar, dass auf den engen und zum Teil sehr unübersichtlichen Strassen nicht mehr als 250 Kilometer am Tag zu bewältigen sind. Alles was weiter ist, kann nur auf den "Schnellstrassen" und die sind zum Teil auch nicht viel "schneller", bewältigt werden. Aber wir sind ja nicht nach Irland gefahren, um Schnellstrassen und Autobahnen zu fahren. Tag 1: Der erste Tag verlief eher unspektakulär. Meine Reisebegleiter, Milan und Bruno, beide aus dem LC8 Forum, trafen am späteren Nachmittag bei mir zuhause ein. Wir hatten vor, unsere Motorräder auf einen Motorrad Anhänger zu verladen und die etwas mehr als 1000 Autobahn in Frankreich, mit dem Auto zurück zu legen. Diese Massnahme brachte nnur Vorteile zu Tage. Keine "Autobahn" Reifen auf den Mottorrädern, wenn der Kurvenspass los geht. Es müssen nicht alle fahren, sondern man kann sich abwechseln. Autobahn Gebühren in Frankreich und Dieselkosten können geteilt werden. Einer fährt, zwei schlafen, u.s.w. Allerdings erwies sich der Anhänger als eher klein, für 3 LC8 drauf zu packen. So verbrachten wir gut eine Stunden damit, heraus zu finden, wie wir die Mopeds am besten aufladen könnten. Als die Hürde überwunden war und die Jungs umgezogen waren, verstauten wir das Gepäck auf der Ladefläche meines Pick Ups, tranken noch einen Kaffee und machten uns auf die Reise. In Nyon gingen wir noch eine Pizza essen und dann hatten wir nur noch die Nacht und die Autobahn vor uns. Die Französischen Autobahnen, speziell um und in Paris, sind Nachts recht angenehm zu befahren. Tag 2: Auch der zweite Tag sollte sich als eher langweilig entpuppen. Ich hatte eigentlich die Idee, falls wir viel zu früh in Cherbourg am Hafen sein sollten, mit den Motorrädern noch an den Omaha Beach zu fahren und die verstaubten Geschichts Gehirnzellen wieder etwas aufzufrischen. Ich war aber so fertig von der Fahrerei, dass ich zu gar nichts mehr Lust hatte. Den anderen Beiden ging es sehr ähnlich. So luden wir nur die Motorräder vom Anhänger und machten diese Reisefertig. Sage und schreibe 7 Stunden gammelten wir am Fährhafen herum, bis wir endlich auf der Oscar Wilde einschiffen durften. Zu unserem grossen erstaunen, waren etliche Motorräder mit uns an Bord gekommen. Von Goldwings, über Harleys, zu Reiseenduros, bis hin zu Strassenrennern war alles vertreten. Aber unsere drei LC8 waren die einzigen ihrer Art. Die Kabine war schnell organisiert. Schnell ne Dusche, ein Bier an der Bar und dann die Nacht in einem "Schaukelbett" verbringen. Die Vorfreude auf irland wuchs stetig. So aber auch die Bedenken an Dauerregen und fiese Temperaturen. Tag 3: Ankunft in Irland. Um die Mittagszeit trafen wir im Hafen von Rosslare ein. Die Sonne blinzelte zwischen einigen Wolkenfeldern hervor. Die Vorfreude auf den bevorstehenden, restlichen Tag war imens. Motorrad Klamotten anziehen und die Bikes Reisefertig machen, waren aber vorerst unsere Hauptbeschäftigung. Als wir endlich an Land waren und den "Immigration Officer" passiert hatten, fuhren wir Richtung Kilmore. Die Karte zeigte eine kleine Strasse entlang der Küste. Dieser folgten wir bis in den kleinen Ort Crossfarnoge, der direkt an der Küste liegt. Wir umfuhren die Bannon Bay und ein teil des River Suir via New Ross. Von dort fuhren wir ein kleines Stück Überland nach Waterford. Von Waterford aus, ging es erst mal gegen Osten, wieder zum River Suir. Diesem folgten wir dann bis Dunmore East. Von dort an folgten wir der Küstenlinie gen Westen, passierten Tramore und Dungarvan, bis wir dann in Youghal ein B+B (Glen House) für die Nacht fanden. Tag 4: Die Jungs wurden zum ersten Mal mit einem "Irish Breakfast" konfrontiert. Dieser mundete Ihnen sichtlich. Auf Grund des einsetzenden Regens, entschloss ich erst mal, ein Weilchen nicht der Küstenlinie zu folgen. Nicht zuletzt, da die Küste in dem Teil sehr viele Einschnitte aufweist. So folgten wir der Schnellstrasse Richtung Cork. Ausgangs Cork stoppten wir an einer Tankstelle, um einen Kaffee zu trinken. Bis jetzt hatten wir nur Regen. Es hielt sich aber im Rahmen, da der Regen nicht all zu stark war. Von da an folgten wir mehr oder weniger wieder der Küstenlinie, bis Bawnlahan. Von da an war die Küstenlinie wieder mit vielen Einschnitten gespickt und das geplante Tagesziel war noch in weiter Ferne. Dennoch versuchte ich die Küste nicht aus den Augen zu verlieren. In Durrus mussten wir uns aber geschlagen geben. Wir waren müde und der Tag war schon recht fortgeschritten und ein B+B hatten wir auch noch nicht. Schnell hatten wir aber eine Bleibe (Jo + Al B+B) gefunden. Tag 5: Schon am Vortag wurde mir klar, dass die geplanten Tagesziele unmöglich zu erreichen sind. Die engen, unübersichtlichen Strassen und das teilweise schlechte Wetter waren da nicht ganz unschuldig. Bruno hatte einen Irland Reiseführer dabei. Er kam mit dem Vorschlag, den Healy Pass zu befahren. Die Strassenkarte versprach ein kleines Kurvenparadies. Also fuhren wir via Bantry und Tracashel, der küstennahen Schnellstrasse folgend, nach Keamnalicky. Dort zweigte dann eine kleinere Strasse gegen den Healy Pass ab. Das Wetter war bombastisch und unsere Vermutung von der Kartenansicht sollte voll und ganz bestätigt werden. Auf der anderen Seite fuhren wir wieder entlang der Küste nach Kenmare. Ich musste feststellen, dass das Inland in dem Teil, landschaftlich ansprechender war, als die Küstenlinie. So wurde kurzerhand umdisponiert. Molls Gap stach ins Auge. Es folgte eine menschenleere Gegend mit atemberaubenden Landschaften. Wir passierten Ballaghbema Gap und Ballaghasheen Pass, bis wir in Kells wieder Zivilisation zu Geschicht bekamen. Um etwas Kilometer zu machen, folgten wir der N70 nach Castlemaine und der R561 nach Ardrinane. Wir zweigten in die R559 ein. Diese schien regelrecht im Wasser zu verlaufen. Was wir vorfanden, war eine unglaubliche Küstenlandschaft, vom Tourismusbüro heraus geputze Ortschaften und ungewöhnlich viel Verkehr. Bei dem sonnigen Wetter war es auch kein Wunder. Auf dem Rückweg hatten wir ein paar Reisebusse und etliche Autos vor uns. Überholen unmöglich! Die Busse verstopften die Strasse und verursachten ein kleineres Verkehrschaos. In Dingle gab ich dann auf und fand auf Anhieb freie Betten in einem B+B (Duinin House). Am Abend dann ein Besuch in einem typischen Irischen Pup, mit Live Musik. Den Jungs hats gefallen - Und mir auch! Tag 6: Nun ja, der nächste Morgen. Das pure Gegenteil vom Vortag. Grau, Kalt und schon sehr bald Nass. Sehr Nass. Ich ärgerte mich, dass ich nicht doch noch den Conors Pass, der gleich vor der Haustüre unseres B+B's anfing, am Vortag gefahren bin. Wir hatten den ganzen Tag schwere Regenfälle. Der Wetterbericht für den Norden war etwas besser. Also nichts wie so schnell wie möglich gen Norden. Die Etappe 4 wurde mittels Fährverbindung abgekürzt. In Kincora dann ein ungeplanter, längerer Aufenthalt. Als ich an den Strassenrand gefahren bin, um auf die anderen zu warten, habe ich mir einen Nagel eingefahren. Na toll. Natürlich wurde genau in dem Moment ein Tourmitfahrer "vermisst". Mental stellte ich mich schon auf eine äusserst mühsame Reifenreparatur ein. Es sollte sich aber zum Guten wenden. der regen höhrte für eine Weile aus, der Vermisste wurde gefunden und ich hatte noch genug Luft im Reifen, um in die nächste Autowerkstatt zu kommen. Der Besitzer war so freundlich und liess uns seine Halle benutzen. Wir bauten das Rad aus, er entfernte mit der Maschiene den Reifen und wir setzten einen neuen Schlauch ein. 5 Euro "Maschienen- und Hallenmiete" und eine viertel Stunde später waren wir wieder auf der Strasse. Allerdings regnete es inzwischen wieder! Die abgekürzte Etappe sollte uns dann mit dem ursprünglich geplanten Tagesziel belohnen - Galway. Da es immer noch schiffte, beschloss ich, gleich etwas zu essen und erst dann ein B+B zu suchen. So dass wir nicht mehr aus dem Haus müssen. Der Feierabendverkehr in und um Galway stand uns aber noch in der Quere. Nach einer Weile völlig durchnässt "Anstellen", hatte ich die Nase voll. Galway grossräumig umfahren, auf kleinen Nebenstrassen. Dies taten wir für eine Weile. In einem Vorrort von Galway fanden wir dann ein B+B mit Familienanschluss. Eine hochschwangere, junge Frau öffnete uns die Tür. Schon war ein Bett gefunden. Ihr Mann war auch zuhause. Als er die Mottorräder sah, waren wir sofort Freunde. Der 2 jährige Dillon, der Sohn, glaubte die Power Ranger seien angekommen. Ganz interessiert beäugte er unsere gesamte Ausrüstung. Die Jungs teilten sich ein Doppelbett und ich schlieff im neuen Babyzimmer. Tag 7: Immer noch Regen. Keine Lust das B+B zu verlassen, geschweige denn auf das Motorrad zu steigen. Aber wir müssen weiter. Etappe 5 wird abgebrochen. Schnellstrasse nach Norden, heisst es. Via Neadford und Westport fahren wir nach Coraun. Wir wollen trotz des schlechten Wetters nach Achill Island. Wir fuhren bis ans äusserste Ende von Achill Island. Und es regnete und regnete und regnete und regnete... Die Stimmung war ein wenig gedrückt. Wir waren fast enttäuscht, weil wir mehr erwartet hatten. Ich bin aber überzeugt, dass Achill Island bei schönem Wetter atemberaubend ist. Doch der Nebel und das beschlagene Helmvisier war nicht förderlich, um die Entäuschung zu schmälern. So fuhren wir auf der Schnellstrasse zurück und weiter nach Bangor Eris. Bei Barnatra liess der Regen langsam nach, so dass wir den Regenschutz ausziehen konnten. Wolkenloser Himmel, menschenleere Gegend und ein Licht das das ganze in eine ganz spezielle Stimmung tauchte. So ein Wetterumschwung kenne ich sonst nur aus den Bergen. Die Abendsonne war so gewaltig für unsere Stimmung, wir mussten einfach weiter fahren. Wir folgten der Strasse der Küste entlang, bis ich ein Hinweisschild für ein Aussichtspunkt am Strassenrand entdeckte. Sofort bog ich ab und folgte der kleinen Strasse bis in das winzige Nest Kilgalligan. Wir wurden mit Schotterwegen und einem Klippenpanorama belohnt werden. Nachdem wir die abendliche Stimmung eine Weile auf uns wirken liessen, fuhren wir den kleinen Weg zurück. Bis zum nächsten grösseren Ort waren es noch 45 Minuten. Aber soweit mussten wir nicht. Ich enddeckte ein B+B Schild, welches uns nach Portacloy führte. Das B+B lag etwas erhöht am Hang. Mit Blick auf die kleine Bucht von Portacloy und die etwa 20 Häuser. Wir hatten Glück und bekamen ein Bett. Die gute Frau kochte uns sogar ein Abendessen, weil es kein Restaurant in der Nähe gab. Bis zum Eindunkeln sassen wir draussen und genossen mit Rover, dem Hofhund, die Abendsonne. Tag 8: Das Wetter hatte sich über Nacht ein wenig verschlechtert. Der Himmel war Grau verhangen. Wenigstens war es trocken. Wir folgten wieder der Küstenlinie. Die Landschaft karg und einsam. So wie es mir am besten gefällt. Nach etwa 45 minuten die ersten Anzeichen von Zivilisation. In der Nähe von Ballycastle folgten wir einem Strassenstück, wo man direkt am Atlantik steht. Da gerade Ebbe war, drängte sich die Möglichkeit regelrecht an, auf Sand zu fahren. Da es sich ja nicht um einen Strand handelt und die Flut sämtliche Spuren wieder verwischen wird, liessen wir uns die Gelegenheit nicht nehmen und tobten uns nach Herzenslust aus. Irgendwann fuhren wir dann weiter nach Dillon und Sligo. Die Gegend ist merklich dichter besiedelt. Inzwischen hatte auch der Regen wieder eingesetzt. Bei Grange entschloss ich mich, die Hauptverkehrsachse zu verlassen, da ich eine ineressante Schlaufe auf der Karte erblickt hatte. So fuhren wir zum Ursprungsgebiet vom Ballaghnairillick River. In dem Tal war absolut nichts, ausser eine kleine Scheune und Wald. Ich fühlte mich wie in Kanada. Weiter über die kargen Höhen von Aghavoghil nach Drumanure. Bei Garrison passierten wir für einen kurzen Moment die Grenze zu Nordirland, bis wir bei Cloghore wieder in die Republick zurück kehrten. Von Cloghore an nahmen wir ausschliesslich kleine Landsträsschen, entlang einiger kleinen Seen, bis nach Donegal. Der Regen kam und ging. Da es aber auszuhalten war, umrundeten wir noch den Lough Eske und bezogen dann kurz vor Donegal ein B+B. Tag 9: Einmal mehr begrüsste uns der Regen am Morgen. Doch schon bald sollte es austrocknen und wir sollten gänzlich auf unsere Regenschütze verzichten können. Da die geplanten Tagesziele schon lange nicht mehr verfolgt wurden, war auch an diesem Tag alternative Routenführung angesagt. Bnruno und sein schlaues buch überzeugten uns einmal mehr, ein lohnenswertes Zwischenziel ins Auge zu fassen. Die Klippen von Croaghlin. Angeblich, mit über 600 Meter Höhe, die höchsten Klippen Europas. Das kleine Strässchen, welches zu den Klippen führte, schlängelte sich recht abenteuerlich entlang von Felswänden und Wiesen. Eine beeindruckende Landschaft eröffnete sich uns. Allerdings ist man bei den Klippen nicht alleine. Nach einem kurzen Aufenthalt suchen wir wieder die kleinen, einsamen Rumpelsträsschen. Wir fahren via Malin Beg nach Glenkolumbkille, entlang des Crow Rivers nach Ardara. Über Rossbeg und Naran gelangten wir zurück auf "grössere" Strassen. Mal folgte ich der Schnellstrasse, mal bog ich links, mal rechts in eine kleine Seitenstrasse. Bei Church Hill sah ich wiederum eine dieser "Schlaufen" auf der Karte. Ich entschloss mich kurzerhand dorthin zu rollen. Wir wurden mit einer Schotterstrasse belohnt. Doch das war nicht alles. Ein, auf den Karten nicht verzeichneter, geschotterter Weg, führte in die "Berge". Wir liessen uns natürlich nicht lange bitten. Der Weg entpuppte sich als geschotterter Pass nach Barrack. Nach einigen Kilometern Schotter, hatte uns der Asphalt wieder. Ich vermute jedoch, dass die Strecke früher oder später auch noch asphaltiert wird. Bei Convoy schlugen wir die Richtung zum Lough Swilly ein. Auf der Schnellstrasse beendeten wir dann den Tag und begaben uns nach Nordirland. In Derry fanden wir dann etwas abgelegen ein neues B+B. Ich war zuhause! Somit war so etwas wie das "Ende" der Tour erreicht. Bis jetzt entfernten wir uns immer weiter vom Ausgangspunkt. Von nun an ging es nur noch zurück in die Schweiz. Tag 10: Der letzte, ganze Tag auf der Insel war angebrochen. Am Vorabend brüteten wir noch über der Strassenkarte, wie wir zurück an den Hafen von Rosslare fahren wollen. Es wurde bald eine Route gefunden, welche einen weiten Bogen um Dublin rum machte. Denn ich hatte nicht vor, nach Dublin zu fahren. Verkehr, Stress und Autobahnen. Nichts besonderes. Lieber wollte ich das Inland erkunden und wir hatten ja noch ein einhalb Tage Zeit. Es sollte aber anders kommen. Aus persönlichen Gründen musste ich nach gut einer Stunde Fahrt, nach Derry zurück kehren. Es machte absolut keinen Sinn, dass wir alle drei zurück fahren. Also schickte ich die zwei los, um weiter der geplanten Route zu folgen. Ich würde sie dann, via Dublin, auf den Schnellstrasssen wieder einholen. Gesagt, getan. Ich erledigte in Derry, was ich zu erledigen hatte und flog dann gen Dublin. Wie es sich gehört, befand ich mich genau zur Feierabendzeit kurz vor Dublin und stand im Stau auf der Autobahn und dummerweise war es kurz vor 6 Uhr. Wir hatten abgemacht, dass wir um 6 zusammen telefonieren, um den Stand der Dinge zu besprechen und einen möglichen Treffpunkt zu erruieren. Die Autobahn dort verfügte über keinen Pannenstreifen, so war ich gezwungen, die Bahn zu verlassen. Grosser Fehler! Aber gleich mehr dazu. Wir telefonierten und tauschten Koordinaten vom Treffpunkt aus. Und weiter gehts, dachte ich. Das Navi einen kurzen Klemmer, die falsch abzweigen und schon stand ich mitten im Zentrum von Dublin, während dem Stossverkehr. Es war zum schreien. Zu guter letzt fand ich wieder aus dem Dubliner Strassen, Ampeln und Kreisverkehrs Dschungel heraus und traf 5 Minuten nach den anderen am vereinbarten Treffpunkt ein. Ach ja, mittlerweilen regnete es übrigens wieder ein wenig. Zurück auf der geplanten Route, fing ich an ein B+B zu suchen. Wieder eine abgelegene Gegend, müde und hungrig fanden wir das Tinte House in Dunlavin. Das mit Abstand das schlechteste B+B der ganzen Reise und dazu noch das zweit teuerste! Nie mehr! Tag 11: Der letzte Tag. Wir hatten noch etwa 150 Kilometer zu fahren und eine Menge Zeit. So fuhren wir im ZickZack gen Rosslare. Noch kurz zum Einkaufen fahren, da die Schiffskombüse halsabschneiderische Preise hatte und dann zum Hafen. Alles ging Schlag auf Schlag. Einchecken, Bikes verzurren, Kabine organisiaren, Duschen, Ablegen. Ein Bierchen an der Bar besiegelte den Tag. Tag 12: Ankunft in Rosslare. Ist das Auto noch da? Ist der Anhänger noch da? Alle Sorge umsonst. Wir fanden alles so vor, wie wir es verlassen hatten. Motorräder aufladen, Gepäck verstauen und die letzten 1100 Kilometer fressen. Um ca. 1:30 Uhr war ich zuhause im Bett. Fazit: Irland ist seit dem Beitritt zur EU teuer geworden. Die ganze Tour hat jeden von uns rund 2100 Franken gekostet. Im Preis eingerechnet sind sämtliche Ausgaben während und für die Reise. Fähre mit Kabine, Cherbourg Rosslare Retour. Autobahn Gebühren in Frankreich. Diesel fürs Auto. Essen und Trinken. Benzin für die Motorräder und die B+B's. Das Tankstellennetz in Irland ist zwar gut. Dennoch muss man in den abgelegenen Gegenden ein Auge auf den Benzinstand halten. Die B+B's kosteten im Schnitt 35 Euro pro Person. Allerdings muss man kein Einzelzimmer erwarten. Es kam öfters vor, dass sich die Jungs ein Doppelbett teilen mussten. Anders wäre es gar nicht möglich gewesen, alle im gleichen B+B unterzubringen. Drei war eine gute Zahl. Ich denke aber, mit mehreren Teilnehmern hätte es aber Probleme gegeben, ein Bett zu finden. Alle B+B's sind normale Häuser. Die Eigentümer wohnten in allen Fällen im gleichen Gebäude. Da ist klar, dass nicht zu viel Platz vorhanden ist. Da die Iren aber sehr hilfsbereit und freundlich sind, war es nie ein Problem, etwas zu finden. Auch wenn das angesteuerte B+B voll war. Alle haben rum telefoniert, bei anderen B+B Besitzern, bis wir etwas hatten. Einer fuhr sogar extra für uns vorne weg, dass wir uns nicht verfahren würden. Nie mehr werde ich ins TINTE HOUSE in DUNLAVIN gehen! 40 Euro pro Person, lauseige Betten, muffiges Zimmer und schmutzig. Spinnweben und allerlei Kriechzeugs im Badezimmer und der Badewanne, Schimmelpilz, "you name it"! Such Dir ein anderes B+B! Die Hauptverbindungsachsen sind gut ausgebaut. Wer aber gerade diese verlassen will, tut sich am besten mit einer Supermoto, Enduro oder Reiseenduro einen Gefallen. Lange Federwege schaden auf den Strassen keineswegs. Ich will es mal so sagen; Es war zwar Asphalt unter den Rädern, aber vom Gefühl her dachte man, wir sind auf einer ausgewachsenen Offroad Tour! Schlaglöcher, Dreck, Kies, Blätter, Äste, Wasserdurchfahrten und sogar zeitweise Grasnarben in der Mitte gilt es zu bewältigen. Ich empfehle dringenst, vor einer Irland Tour neue Reifen aufzuziehen. Auf eine Reine Strassenbereifung würde ich verzichten. Die Reifen werden die Tour nicht überstehen. Der Asphalt Belag ist so grob, dass man richtig zuschauen kann, wie der Reifen verschleisst. Eine gute Wahl sind Touring Reifen, bzw. Softenduro Reifen, wie z.B. der Pirelli Scorpion. Ein etwas gröberes Profil schadet auf Grund des schlechten Zustandes der kleinen Strassen nicht. Mit dem Reifen den ich drauf hatte, hätte ich zuhause noch gut 5000 Kilometer geschafft. In Irland hat er gerade mal 2600 Kilometer durchgehalten (Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 53Km/H). Bring einen guten, neuen Regenschutz mit! In folgenden B+B's haben wir genächtigt:
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